Bildgebende Untersuchungen

Um die richtigen Therapieentscheidungen treffen zu können, bedarf es einer ausführlichen diagnostischen Abklärung der Patienten. Diese geht weit über die routinemäßig durchgeführten Untersuchungen hinaus und ist in aller Regel nur an einem Spezialzentrum mit ausreichend Expertise verfügbar. Durch unsere jahrelange klinische Erfahrung und Forschungsaktivitäten haben wir standardisierte diagnostische Abläufe für alle Patienten definiert, um dann die therapeutische Strategie festzulegen. So stellen wir sicher, dass nur die Patienten/Gefäßterritorien revaskularisiert werden (einen Bypass bekommen), die dies auch wirklich benötigen. Gleiches gilt auch für die Nachsorge nach operativer Bypassanlage, sowie alle Verlaufskontrollen bei konservativem Vorgehen ohne Bypassoperation.

Diagramm der benötigten Diagnostik bei Moyamoya Patienten

Hochauflösende MR Bildgebung

In der MRT Bildgebung fertigen wir neben den Routine-Sequenzen der Schlaganfalldiagnostik spezielle hochauflösende Sequenzen auf einem modernen 3 Tesla Gerät an, die mit einer Auflösung von unter einem Millimeter die betroffenen Gefäßwände darstellen können. So kann eine mögliche Aktivität und ein Voranschreiten der Erkrankung erkannt und demenstrpechend die weitere Behandlungs- und Kontrollstrategie angepasst werden.

Hochauflösende MRT Aufnahme mit kräftiger Kontrastmittelaufnahme der Gefäßwand der Halsschlagader (weißer Pfeil), welche im Verlauf von wenigen Monaten deutlich abnimmt (rechts Bild). Die Halsschlagader der Gegenseite (schwarzer Pfeil) zeigt jeweils keine Aktivität der Erkrankung.

Cerebrale Angiographie

Die konventionelle cererbrale Angiographie ist die wichtigste Untersuchung zur Diagnosestellung der Moyamoya Krankheit. Diese Untersuchung ist zu vergleichen mit einer Herzkatheteruntersuchung, eben nur mit Darstellung der Hirnarterien. Bei Moyamoya Patienten werden, im Gegensatz zu Routineuntersuchungen bei anderen cerebralen Erkrankungen, selektiv die vordere und hintere Zirkulation des Gehirns dargestellt, sowie auch die Versorgung der extrakranialen Gefäße. Diese umfassende Darstellung ist besonders wichtig, um die vollständige Ausdehung der Erkankung zu erfassen und alle möglicherweise veränderten Blutflüsse im Gehirn zu verstehen. Je nach Befund werden die Engstellen der Hirnarterien, sowie auch möglichen begleitenden Veränderungen selektiv hochauflösend 3-dimensional dargestellt. Es ist wichtig zu erwähnen, dass die Moyamoya Krankheit nicht über eine Katheterintervention behandelt werden kann und darf, dies haben mehrere Studien gezeigt.

Konventionelle Angiographie eines Patienten mit beidseitiger Moyamoya Krankheit (links). 3-dimensionale Darstellung eines Aneurysmas einer jahrelang stark beanspruchten Spontan-Kollaterale (rechts).

Funktionelles MRT (“breath-hold” fMRI)

In der konventionellen Angiographie und im konventionellen MRT können selektiv die Gefäße, der Blutfluss, und Gewebe gut dargestellt werden. Diese Untersuchungen erbringen jedoch keine Aussage über das absolute Blutvolumen im Gehirn. Adaptierte Untersuchungen des MRTs, sowie auch des CTs zur Messung der Hirndurchblutung (Perfusion) haben sich in der Vergangenheit bei Moyamoya Patienten auf Grund der Kollateralen als zu wenig sensitiv gezeigt, um die Durchblutung zuverlässig darzustellen. Durch die eigene Weiterentwicklung des funktionellen MRTs haben wir eine Untersuchung etabliert, welche die Reaktivität der Hirngefäße (und somit indirekt die cerebrale Durchblutungsreserve) darstellen kann. Beim sogenannten “breathhold”, also Atemanhalte-fMRT müssen die Patienten in mehreren Zyklen für jeweils wenige Sekunden die Luft anhalten. Dadurch erhöht sich die CO2 Konzentration im Blut und die Hirngefäße stellen sich weiter. Diese Veränderung des Blutflusses kann dann indirekt gemessen werden. Da es sich hierbei um eine sehr neue Methode handelt, ist zu erwähnen, dass medizinische Entscheidungen primär ausschließlich in Zusammenschau aller Befunde und v.a. mit dem ergänzenden PET-CT getroffen werden. Das fMRT hat sich jedoch als gutes Screening-Tool für die langfristigen Nachkontrollen erwiesen, wo es hauptsächlich zum Einsatz. kommt.

Die Kurven zeigen die Veränderung Vasoreaktivität bei einem Moyamoya Patienten mit betroffener rechter Seite (hellgrüne Linie). Die linke Seite (dunkelgrüne Linie) und die Referenz (Kleinhirn-Cererbellum) zeigen einen adäquaten Anstieg der Kurven.

H2 15O PET CT

Die wichtigste Untersuchung zur absoluten Darstellung des Blutflusses im Gehirn im Ruhezustand (baseline) und nach medikamentös stimulierter Gefäßweitstellung (“Diamox/Acetazolamid-Challenge”) ist das sogenannte Wasser (H2 15O) PET CT. Bei dieser Untersuchung wird eine definierte Menge kurzzeitig radioaktives Wasser in das Blutsystem appliziert und somit kann die absolute Blutmenge im Gehirn für jedes Territorium bestimmt werden. Dies erfolgt dann sowohl im Ruhezustand und nach Medikamentengabe. Somit kann man die cerebrale Perfusionsreserve absolut darstellen und an Hand dessen Gefäßterritorien mit benötigter Revaskularisation (Anlage eines Bypasses) identifizieren. Auf Grund des benötigten speziellen Nuklearmedizinischen Setups kann diese Untersuchung nur an wenigen Orten in Deutschland durchgeführt werden.

PET-CT nach Diamox Gabe zeigt eine einseitig deutlich reduzierte Perfusionsreserve (grüne Farben) im Vergleich zur Gegenseite mit ausreichender Durchblutung (warme Farben).